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Wie weiter mit Fracking in Deutschland?

  • 16.07.2014
  • me

Das Wissenschaftsmagazin „nano“ (3sat) hat über die neueste Entwicklung zum Thema Fracking in Deutschland informiert (3sat, 11. Juli 2014). Unter anderen wurde der Vorstand der ahu AG, Herr Dr. Meiners, dazu interviewt, wie die ahu AG die aktuelle Entwicklung beim Fracking aus wissenschaftlicher Sicht beurteilt.

 

Die ahu AG hatte im Jahr 2012 zum Thema Umweltrisiken von Fracking die Erarbeitung von zwei umfangreichen Studien im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) und des Umweltministeriums Nordrhein-Westfalen (MKULNV) geleitet. In den Studien wird eine Reihe von Empfehlungen ausgesprochen, u.a.: 

  • Festlegung von Ausschlussgebieten (Wasserschutzzonen u.ä.),
  • Ersatz toxischer Bestandteile der Frackfluide durch nicht umweltschädliche Stoffe,
  • Aufbereitung und umweltgerechte Entsorgung des Flowbacks,
  • systematische Untersuchung und Vermeidung von Risiken,
  • Beteiligung der Öffentlichkeit sowie
  • entsprechende Änderung von Gesetzen und Vorschriften (WHG, UVP-V Bergbau).

Derzeit, also ca. zwei Jahre nach dem Erscheinen der beiden oben genannten Studien, ist festzustellen, dass inzwischen sowohl auf Seiten der Politik als auch auf Seiten der Erdgasindustrie Initiativen und Maßnahmen zu dem Zweck geplant sind, die mit Fracking verbundenen Risiken im Sinne der Empfehlungen der beiden Studien zu vermeiden bzw. zu vermindern.

Es bleibt allerdings die Frage, wie diese Aktivitäten konkret in Gesetzesänderungen und Vorschriften umgesetzt werden bzw. ob sich die von der Industrie angekündigten Verbesserungen in der Praxis tatsächlich bewähren. 

In Deutschland ist die Forderung nach einem kompletten Verbot von Fracking nach wie vor weit verbreitet. Es ist deshalb noch offen, ob Fracking in Niedersachsen, wo es seit Jahrzehnten stattfand, auch zukünftig (unter kontrollierteren Bedingungen als früher) durchgeführt werden kann und ob es Forschungsbohrungen mit Fracking auch andernorts in Deutschland geben wird. 

Die ahu AG verfolgt die Entwicklungen zum Fracking in Deutschland und in der Welt auch weiterhin mit großem Interesse. Wir haben vor Kurzem im Auftrag des Kreises Viersen eine Stellungnahme zu den Frackingplänen der benachbarten Niederlande verfasst. Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) beraten wir zurzeit in Zusammenhang mit Plänen der tunesischen Regierung hinsichtlich einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) für potenzielle Frackingprojekte in Tunesien.

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