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Wasser · Boden · Geomatik
Sommerhitze über der Stadt

Leitfaden für die Integration der Bodenkühlleistung in stadtklimatische Konzepte

  • 07.12.2015
  • ks
  • Aachen

Das Internationale Jahr des Bodens 2015 steht zu seinem Abschluss im Zeichen der Weltklimakonferenz in Paris. Dass Böden als Kohlenstoffspeicher für den Klimaschutz eine zentrale Rolle spielen, wird endlich in größeren Kreisen erkannt. Böden sind durch ihren Beitrag zur Verminderung der Auswirkungen von Hitzewellen und Starkregenereignissen aber auch in unseren Städten ein wichtiger Baustein für die Anpassung an den Klimawandel. Zur Integration der Bodenkühlleistung in stadtklimatische Konzepte haben wir für das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) einen Leitfaden erarbeitet.

Pflanzen können nur die Wassermenge verdunsten, die pflanzenverfügbar im Boden gespeichert ist. Insbesondere in den anthropogen überprägten Böden der Städte schränken Verdichtungen und der höhere Anteil von Kies, Stein, Beton-, Schlacke-, Ziegelbruchstücken etc. den Speicherraum für pflanzenverfügbares Bodenwasser ein. Oft ist deshalb der Bodenwasservorrat schon nach den ersten Sommertagen oder -wochen aufgebraucht und die Vegetation reduziert aktiv ihre Verdunstungsleistung. Diese Verdunstungsleistung ist es jedoch, welche den überwiegenden Teil der Energieeinstrahlung der Sonne auf die Erde in latente, das heißt in nicht fühlbare Wärme umwandelt. Eine Grünfläche in einem Stadtpark ohne ausreichende Wasserversorgung heizt sich fast genauso auf wie eine Asphaltfläche.

Im Leitfaden wird gezeigt, wie Böden und Flächen mit hohem Kühlungspotenzial erkannt und erhalten werden können. Er beschreibt, wie eine gezielte Bodenverbesserung es ermöglicht, dauerhaft die Eigenschaften des Bodens in Städten als Wasserspeicher zu verbessern und die Verdunstungsleistung des Systems Boden – Pflanze zu erhöhen. An Beispielen wird demonstriert, wie sich Böden in stadtklimatische Konzepte integrieren lassen und welche Vorteile für die Bürger und die Stadtentwicklung damit verbunden sind. Der Erhalt und die Förderung der Bodenkühlleistung verzahnen sich dabei eng mit Strategien zur Verringerung des Flächenverbrauchs durch gezielte Nutzungslenkung bei Freihaltung von klimafunktionsstarken Böden.

Der Leitfaden richtet sich insbesondere an Kommunen, aber auch an alle mit dem Thema befassten Personen aus der Politik, Planungsbüros und der interessierten Öffentlichkeit, die sich über das Potenzial der Böden zur Anpassung an den Klimawandel informieren möchten.

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